Für Patientinnen und Patienten
– Das Projekt Sleep Well

Ein Projekt des G-BA Innovationsfonds

Herzlich willkommen auf unserer Internetseite zu unserem Schlafmedizin-Projekt. Hier können Sie sich über das Projekt SLEEP WELL informieren, das besonders für Personen mit schlafbezogenen Atmungsstörungen interessant ist. Erholsamer Schlaf ist sehr wichtig für Ihre Gesundheit!

Schnarchen ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Wir geben nicht gerne zu, dass wir schnarchen und versuchen vielleicht sogar dafür Ausreden zu finden.

Sind auch Sie davon betroffen? Wurden Sie von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin aufgrund Ihres Schnarchens geweckt? Sind Sie während des Schlafens schon einmal hochgeschreckt, vielleicht auch mit Herzrasen?

Schnarchen kann ganz harmlose Gründe haben, verbunden mit nächtlichen Atemaussetzern kann dies aber auf eine sogenannte obstruktive Schlafapnoe (OSA) hindeuten.

Wir möchten mit unserem Projekt Betroffene, die schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf haben, bei der Diagnosestellung und Therapie begleiten. Betroffene Patientinnen und Patienten haben also die Möglichkeit an einer Studie teilzunehmen, in der sie einer von zwei Gruppen (Kontrollgruppe und Telemedizingruppe) zugelost werden. Die ärztliche Behandlung erfolgt in beiden Gruppen identisch nach den medizinischen Standards, die Telemedizingruppe wird zusätzlich telemedizinisch von Schlafmedizinerinnen und ‑medizinern betreut.

Als Studienteilnehmer oder Studienteilnehmerin erhalten Sie von uns kurze Fragebögen, in denen Sie uns Auskunft über Ihre Gesundheit geben können.

Ihre Gesundheit ist uns wichtig, deshalb laden wir Sie herzlich ein, an der Studie teilzunehmen.  

Erfahren Sie weiter unten, was bei einer schlafbezogenen Atmungsstörung passiert und ob Sie auch betroffen sein könnten.

Bei einer schlafbezogenen Atmungsstörung entspannen sich die Muskeln im Halsbereich und führen zu einer Einengung der oberen Atemwege – der „Zufahrtsweg“ in die Lunge wird behindert, die Atmung wird flacher oder pausiert komplett (siehe Abbildung oben). Dadurch wird ein körpereigener Alarm ausgelöst, der zu einer Aufweckreaktion führt.

Unser Körper wird durch den unruhigen Schlaf gestresst und kann sich nicht hinreichend erholen. Als Folge davon erhöht eine unerkannte und unbehandelte Schlafapnoe z.B. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Demenz.

Wenn Sie die folgenden Fragen für sich mit „JA“ beantworten, kann das auf eine unerkannte schlafbezogene Atmungsstörung hinweisen:

  • Beschwert sich Ihre Bettpartnerin oder Ihr Bettpartner über Ihr Schnarchen?
  • Haben Sie einen nicht erholsamen Schlaf, sind tagsüber müde oder schläfrig?
  • Haben Sie Bluthochdruck oder werden dagegen behandelt?

In Abhängigkeit von den Untersuchungsbefunden kommen verschiedene Therapieansätze in Frage. Zum Beispiel kann bei einer leichten Schlafapnoe eine Gewichtsreduktion oder die Vermeidung der nächtlichen Rückenlage ausreichen, um die Atemaussetzer zu reduzieren. Sollte es sich jedoch um eine Schlafapnoe mit mehreren Atemaussetzern pro Stunde handeln, kann die Therapie mithilfe einer Nasenmaske erfolgen. Dabei werden die Atemwege im Halsbereich mittels Überdruck offengehalten und die Belüftung der Lunge im Schlaf sichergestellt.

Im Projekt „SLEEP WELL“ soll ein Versorgungsmodell unter Einbeziehung telemedizinischer Konzepte für die Diagnostik und Therapie bei einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) erprobt werden. Dabei werden Haus- und Fachärztinnen und -ärzte telemedizinisch durch Experten und Expertinnen der Schlafmedizin unterstützt. Es soll zudem untersucht werden, ob sich die Behandlung und Nachsorge auch erfolgreich von zuhause durchführen lassen.
Das Ziel der Studie ist es die Wartezeiten auf eine weitere Diagnostik und Therapieeinleitung zu verkürzen, die Schlaflaborkapazität strukturierter zu nutzen und etwaige Probleme schneller zu lösen. Dies soll durch den zusätzlichen Einsatz von Telemedizin bei der Betreuung der betroffenen ermöglicht werden. Hierdurch soll außerdem die Zufriedenheit der Patienten*innen verstärkt werden.

Ihr guter Schlaf ist unser oberstes Ziel!

Bei dem Verdacht einer OSA, wird ihr/e behandelnde/r Ärztin/Arzt Sie fragen, ob Sie an der „SLEEP WELL“-Studie teilnehmen möchten.

Beide Studiengruppen erhalten die gleiche medizinische Versorgung, beginnend bei der Diagnostik einer Erkrankung bis hin zu Therapieplanung und -einleitung. Patientinnen und Patienten der Telemedizingruppe sowie Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzte wird ein 24/7-Service für die Betreuung durch ein Telemedizinboard angeboten. Das Telemedizinboard besteht aus Expertinnen und Experten der Schlafmedizin. Der Kontakt kann dabei per E-Mail oder als (Video-)Telefonat erfolgen. Zudem können Daten der Therapiegeräte der nächtlichen Überdrucktherapie telemedizinisch übermittelt werden, die dann gemeinsam eingesehen und analysiert werden können. Eine Voraussetzung dafür ist das Einverständnis für die Datenübertragung. Die Übermittlung erfolgt automatisch einmal täglich über das Mobilfunknetz, sodass z.B. kein WLAN gebraucht wird.

Der Innovationsfonds ist ein gesundheitspolitisches Instrument zur Förderung der Integrierten Versorgung und Versorgungsforschung in Deutschland. Dadurch können Projektvorhaben zur Verbesserung der medizinischen Versorgung finanziell unterstützt und somit umgesetzt werden.

Bei Interesse oder sonstigen Fragen wenden Sie sich bitte an:

Projektleitung:

Prof. Dr. Christoph Schöbel
Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum am Universitätsklinikum Essen gGmbH
Zentrum für Schlaf- und Telemedizin
Tüschener Weg 40
45239 Essen

Kontakt: werktags zwischen 09:00 und 15:00 Uhr

Mail: sleep-well@uk-essen.de

Telefon: 0151/52053400